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Aktueller Konzert-Tipp

ECHO AUS DER ZUKUNFT - Nachtkonzerte in St. Michaelis

ECHO AUS DER ZUKUNFT
Quartett PLUS 1 & Verena Ries feiern mit ihren Gästen den Eintritt in das Symbiozän, ein Zeitalter in dem der Mensch nicht mehr über allem steht, sondern mit allem verbunden und im Austausch ist. Mit globaler Musik für Streichtrio von Rafiq Bhatia, Tanya Tagaq und Aleksander Kosciów üben wir gemeinsam, was wir für die Zukunft benötigen – allen voran radikale Gastfreundschaft. Genaues Hinhören und Spielfreude sind gefragt, bei dieser Transformationsübung zwischen Kammerkonzert und Exit-Game.
Termine in St. Michaelis Hildesheim
Do, 30.05.24 / 21 Uhr UND Fr, 31.05.24 / 21 + 23 Uhr
Dauer: ca. 75 Minuten, keine Pause
Empfohlen ab 12 Jahren
Begrenzte Platzkapazität pro Konzert - wir bitten um verbindliche Reservierung per Mail an: mail@quartettplus1.de
Ein Platz ist dann für Sie reserviert, wenn sie eine Bestätigungsmail von uns erhalten haben. Sollten sie nicht kommen können, melden Sie sich bitte bis 24 Stunden vor der Veranstaltung per Mail.

Hintergrund
Die inhaltliche Idee für dieses Projekt entstammt zwei Theorien: Das Konzept des 'Symbiozän' (Glenn Albrecht, Nachhaltigkeitswissenschaftler, Naturphilosoph) beschreibt als Gegenbegriff zum Anthropozän einen zukünftigen Zustand einer Symbiose, in dem Menschen wieder mit allem Leben kooperieren.
Thematisch schließt hier Donna Haraway (Autorin, Philosophin) an, die sich für die Zukunft das artenübergreifende Überleben des Planeten in Form einer Kooperation vorstellt, die nicht auf den jeweiligen Vorteil zielt, sondern auf ein kollektives System setzt, das sich entwickelt und fähig ist zu überraschenden Veränderungen. An diesem Punkt lässt sich eine Brücke zum Konzept der 'radikalen Gastfreundschaft' von Jacques Derrida schlagen. Er geht von einer Gleichwertigkeit aus, wodurch jegliche Hierarchien aufgehoben sind. Es ist auch willkommen wer nicht eingeladen ist. Diese radikale Gastfreundschaft kann nicht einfach in Regeln oder in eine Gesetzgebung eingeschrieben werden sondern erfordert poetische und künstlerische Handlungen, die wiederum Strukturen und Muster unserer gesellschaftlichen Ordnung beeinflussen. Echo aus der Zukunft zeigt radikale Gastfreundschaft als performativen Austausch, der Grenzen überschreitet. Gegen Ängste, Dogmen und Forderungen nach Gewissheit wird lustvoll mit dem
Unbekannten gespielt und das Neue gefeiert. Künstlerisch öffnet sich ein Raum, der über Musik eine neue Sprache der Gemeinschaft etabliert. Über das gemeinsame Rätseln wird eine Haltung der freudvollzukunftsorientiert- spielerischen Problemlösung geübt und zum Handeln in Gemeinschaft verführt.
Format
Ziel von Echo aus der Zukunft ist es, ein Format zu kreieren, das partizipativ und performativ die theatrale Behauptung der Geburtsstunde des Symbiozäns widerspiegelt, sowie neue Denk-Räume öffnet und alle
Beteiligten in Verbindung hält. Es entsteht ein Versuchsaufbau, der zwei Formate miteinander verbindet, die sich scheinbar kontrastierend gegenüber stehen: Das Klassische Konzert und das Exit-Game. Das erste: Mit klaren Regeln und einem strengen Verhaltenskodex, elitär, überwiegend ältere Menschen mit Bildungshintergrund ansprechend. Das zweite: Entertainment mit Spass und Körpereinsatz,
gemeinschaftliches Rätseln in 3D, spielerisch, zeitgenössisch, kurzweilig, für vornehmlich junges Publikum, alle Sinne ansprechend. Unsere Fragen an dieses ungewöhnliche musikperformative Hybrid: Wie wäre es, wenn der spielerische, gemeinschaftliche Aspekt auf das Hören von Klassischer und Neuer Musik eines Streichtrios übertragen werden könnte? Wenn das gemeinschaftliche Rätseln und das Zuhören, die Konzertbesucher:innen miteinander verbinden würde? Wenn das Projekt junges Publikum, das unterhaltendes Entertainment schätzt, mit Liebhaber:innen der Klassischen Musik zusammenbringen
könnte?
Musik
Weltweit hat das Kronos Quartett zeitgenössische Komponist:innen mit 50 neuen Werken für Streichquartett beauftragt. Diese stehen der Öffentlichkeit als open source Idee kostenfrei zur
Verfügung. Drei dieser Werke spielen für Echo aus der Zukunft eine zentrale Rolle: „Sivunittinni“ von Tanya Tagaq, das soviel wie 'die Zukünftigen' bedeutet und den Verlust der Beziehungen zwischen
Menschen untereinander, aber auch zur uns umgebenden, lebendigen Welt thematisiert. „Hílathi“ des polnischen Komponisten Aleksander Kosciòw, behandelt in einer dreiteiligen, rituellen Kompositionsform die spannungsvolle Auseinandersetzung zwischen Individuum und Gemeinschaft. Das dritte Werk „Glimmers“ von Rafiq Bhatia stellt eine Art kompositorisches Essay dar, das einerseits das Potential von 'Perspektivwechsel' beschwört, sowie die Verbindung von Klang zu Licht herstellt. Alle Kompositionen beziehen sich auf verschiedenen Ebenen auf die inhaltlichen Ideen. Alle Stücke werden in Streichtrio Fassungen gebracht, mit denen musikalisch-szenisch experimentiert
wird.
Ziele / Zielgruppen
In Echo aus der Zukunft begegnen sich Performerinnen und Publikum auf Augenhöhe. Sie gestalten das musiktheatrale Erlebnis gemeinsam. Ziele des Projekts sind individuelles Erleben von Musik und neue
Hörhaltungen sowie die aktive Teilhabe am Geschehen. Echo aus der Zukunft öffnet und sensibilisiert die Quartett PLUS 1 & Verena Ries // ECHO AUS DER ZUKUNFT Sinne, partizipatives Handeln wird als ästhetisches Ausdrucksmittel erlebbar. Das Projekt ist für 30 - 40
Personen, altersübergreifend (ab 12 Jahren) angelegt. Es soll Zugang und Nähe zu zeitgenössischer, Klassischer Musik und dem Ensemble ‘Streichtrio’ schaffen für Publika, die so divers sind wie unsere
Gesellschaft. Um möglichst vielen Menschen einen Zugang zu schaffen, bieten wir die Aufführungen in Hildesheim nach dem Prinzip „Pay what you can“ an. Nachhaltigkeit im Sinne der Ganzheitlichkeit legen wir damit einen Schwerpunkt auf die soziale Dimension der
nachhaltigen Entwicklung. Wir möchten mit unserer künstlerischen Arbeit einen Beitrag zur Methodenfindung leisten, wie wir unsere Haltung ändern können, unser Verhalten reflektieren, Resilienz
herstellen und unsere Umwelt als Mitwelt begreifen. Darüberhinaus versuchen wir Handlungsempfehlungen und Erkenntnisse, die wir aus unseren CO2-Bilanzierungen der Vorjahre gewonnen haben, umzusetzen, um so weiterhin unsere Strategien in Bezug auf die ökologische Dimension der nachhaltigen Entwicklung zu verbessern.
Mitwirkende Künstlerinnen
Katharina Pfänder (Violine, Performance), Lisa Stepf (Violoncello, Performance) und Kathrina Hülsmann
(Viola, Performance) sind Quartett PLUS 1. Seit 2005 zeichnet ein Kunstsparten übergreifender Ansatz ihre Arbeit aus. Klassik verbündet sich mit Permakultur, Improvisation und Pop-Musik mit globaler
Rechtssprechung. Auftragskompositionen verschmelzen mit Elektrotracks und dem Gesang der
Musikerinnen, um Soundwalk, dokumentarisches Musiktheater oder Konzertritual zu werden. In der Reibung mit Medien, Räumen und aktuellen Themen entstehen neue, altersübergreifende Formate, die alle
Sinne ansprechen. Seit 2011 vergibt das Ensemble regelmäßig Kompositionsaufträge und widmet sich der thematischen Arbeit mit Sujets wie Tod und Abschied, Nachhaltigkeit, Ernährung und Klimaschutz. Ein Schwerpunkt der kollektiven Arbeit ist die künstlerische I:Ritualforschung:I mit der Regisseurin und
Performerin Verena Ries. Aus dieser Zusammenarbeit sind seit 2015 zahlreiche Projekte entstanden. Ihre künstlerische Ritualforschung wurde 2014 mit dem Junge Ohren Preis ausgezeichnet. 2019 und 2021
erhielten sie den Förderpreis Musikvermittlung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und Musikland Niedersachsen. 2020 folgten das Reload-Stipendium der Kulturstiftung des Bundes, sowie 2021 das Take
Care Stipendium des Fonds Darstellende Künste. 2022 fand eine erste Zusammenarbeit von Quartett PLUS 1 & Verena Ries mit der Kostümbildnerin Leonie Falke im Rahmen der #takeheart Prozessförderung des Fonds Darstellende Künste statt.

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